Ordnerstruktur

Zufallsbild

Jeder der digital fotografiert, muss seine Bilder irgendwann auch mal auf seinen Rechner schaufeln, um sie dort zu verwalten und zu bearbeiten. Und da ist immer wieder die Frage, wie strukturiere ich das Ganze? Aus frühen Zeiten haben viele unter euch wahrscheinlich noch die guten alten Themenordner. Da gibt es dann also den Bilderordner und der enthält Ordner mit so wunderschönen Unterordnern wie „Urlaub Malorca 2009“, „70igster Geburtstag von Mama“, „Weihnachten 2007“ etc. Und in diesen Unterordnern wurden dann die Bilder mit den typischen Namen wie z.B. Weihnachten_2007_001.jpg bis Weihnachten_2007_104.jpg gespeichert. Ich habe das auch so gemacht und der Grund lag ja eigentlich auch auf der Hand. Wenn ich die Bilder vom Malle-Urlaub 2009 suchte, habe ich sie in der Betriebssystemebene einfach im entsprechenden Ordner gefunden. Wenn ich nur diese Bilder suchte, funktionierte das auch noch ganz gut. Aber was, wenn bei den Malle-Bildern auch Bilder zum Thema Meer oder zum Thema Landschaft dabei waren und ich auch die Möglichkeit haben wollte, Bilder dieser Kategorien zu suchen? Weitere Ordner zu diesen Themen machen und Kopien von den Bildern in die entsprechenden Ordner schieben? Naja, bei Bildgrössen im RAW-Format von 15MB und mehr vielleicht irgendwann nicht mehr so ne glorreiche Idee, ganz davon abgesehen dass dann von jedem Bild noch bis zu 10 Kopien auf dem Rechner liegen können und ich diese ja auch ändern muss, wenn ich das Original bearbeitet habe.

Nein, ich habe mich mittlerweile von diesem System verabschiedet und wähle ein viel simpleres. Vor allem auch, weil ich inzwischen meine Bilder nicht mehr über das Betriebssystem verwalte, sondern dies durch Software erledige, wie bekannt in meinem Fall mit Lightroom. Ich weiss natürlich, dass die Betriebssysteme in dieser Hinsicht auch immer besser werden, aber ich denke spezielle Software macht dies noch immer besser. Und es muss ja nicht gleich so ein Profitool wie Lightroom sein. Es gibt auch sehr gute Freeware und ich kann jedem nur empfehlen, die eine oder andere auszuprobieren und in Zukunft damit zu arbeiten.

Zurück zu meiner Ordnerstruktur. Ich habe natürlich auch noch meinen Überordner, den Bilderordner. Von diesem konnte ich mich einfach nicht trennen ;-) Darin habe ich dann pro Jahr Hauptordner erstellt, innerhalb dieser „Jahresordner“ folgen „Monatsordner“ und in diesen dann noch „Tagesordner“. Dort wird das Bild abgelegt, wobei es als Dateinamen lediglich das Aufnahmedatum und eine Bildnummer bekommt. Mehr Mühe mache ich mir nicht.

Ein Bild, welches ich also am 2.11.2010 aufgenommen habe, wird bei mir wie folgt gespeichert:
Bilder/2010/2010-11/2010-11-02/2010-11-02_001.dng
So muss ich mir beim Import keine Ordner- bzw. Dateinamen überlegen, denn Lightroom übernimmt das beim Import völlig automatisch. Es legt die entsprechenden Ordner an und benennt die Dateien um. Dass ich die Bilder über die Systemebene nun vielleicht nicht so leicht finde, spielt keine Rolle, denn ich verwalte die Bilder ja wie gesagt eh mit Lightroom und wenn man sie gut verstichwortet findet man hier jedes Bild.

Kleiner Tipp übrigens an alle Mac-User. Ihr kennt vielleicht die Spotlightsuche, aufrufbar über die Lupe oben in der Leiste bzw. mit cmd+Leertaste. Über das Eingabefeld könnt ihr nun nach allem suchen, was ihr auf dem Rechner habt, auch nach euren Bildern. Und der Hammer dabei ist, Spotlight durchsucht all eure Bilder mitsamt Stichwörtern und Metatags. Ihr könnt dort einfach ein Stichwort eingeben und er zeigt euch sofort alle Ergebnisse hierzu. Ihr müsst also nicht einmal Lightroom hierfür starten. (Ob das Windows mittlerweile auch kann weiss ich nicht. Ich wäre euch aber dankbar, wenn ihr mir mitteilen würdet, wenn dies dort auch geht.)

Wie ihr an der Dateiendung .dng übrigens erkennt, konvertiere ich die Bilder beim Import vom Canon-Format cr2 ins offener RAW-Format von Adobe. Ich erhoffe mir einfach bei einem offenen Standard eine längere Datensicherheit. Das ist eigentlich der Hauptgrund.

Ansonsten mache ich beim Import nicht mehr viel. Ich lasse Lightroom lediglich noch meine Copyrightinformationen zu jedem Bild hinzufügen, denn die ist immer gleich. Sonstige Stichworte oder ähnliches gebe ich beim Import nicht an, da es selten vorkommt, dass ein Stichwort bei mir für alle Fotos passt. Nach dem Import startet dann mein Ampelschema.

Daten müssen geordnet und gesichert werden

Selbstverständlich ist mir klar, dass die hier vorgestellte Ordner- und Backupstrategie nur eine von vielen Möglichkeiten ist. Ich möchte auch auf keinen Fall den Eindruck erwecken, dass dies die einzige Möglichkeit ist und so etwas wie der heilige Gral der Datensicherung. Sicherlich ist sie in einigen Dingen nicht ganz konsequent und gäbe es vielleicht auch elegantere Lösungen. Ich kann nur aus meiner Erfahrung heraus sagen, dass ich mit dieser Variante sehr gut fahre. Ich habe auch schon Verschiedenste ausprobiert und muss sagen, dass ich diese Art der Datensicherung nun schon einige Zeit lang betreibe. Ich habe die Bilder immer gefunden, die ich gesucht habe und auch versehentlich im Katalog gelöschte Dateien konnten noch Monate später wieder zurückgeholt werden. Von daher kann ich also nur empfehlen, schaut euch diese Variante einfach mal an und wenn ihr noch keine wirkliche Datensicherungsstrategie habt, ist diese vielleicht bald auch eure.

© 2013 Tobias Stiebeiner

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